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deswegen nicht mehr so gelassen
reagiert. Auch kann es sein, dass man im Umgang mit nahestehenden Personen Gefühle von Abhängigkeit,
Verletzlichkeit und Hilflosigkeit erlebt, die einen an das Trauma erinnern und deswegen ärgerlich
machen.
Manchmal kommt es vor, dass man sich so ärgerlich fühlt, dass man laut fluchen oder jemanden
schlagen möchte. Wenn man es nicht gewohnt ist, so ärgerlich zu werden, kommen einem solche Gefühle
fremd vor. Man erkennt sich selbst nicht wieder oder weiss nicht, wie man mit dem Ärger fertig
werden soll. Hier ist es wichtig zu erkennen, dass der Ärger eine verbreitete Reaktion auf das
traumatische Erlebnis ist, die abklingt, wenn man das Erlebnis verarbeitet hat.
Teilweise hängt der Ärger auch damit zusammen, dass man sich dagegen auflehnt, dass es unfair
ist, dass man das Trauma erlebt hat, dass andere eventuell besser weggekommen sind oder dass man von
anderen nach dem Erlebnis nicht richtig behandelt wurde.
In der Behandlung werden Sie mit Ihrem Therapeuten besprechen, wie Sie besser mit Ihrem Ärger
fertig werden können.
10. Selbstbild
Traumatische Erlebnisse können zu negativen Veränderungen im Selbstbild führen. Sowohl das
traumatische Erlebnis als auch die darauf folgenden Gefühle können Anlass für Selbstkritik und
Selbstzweifel sein. Zum Beispiel mögen Sie denken: "Mir passieren schlimme Dinge, weil ich ein
schlechter Mensch bin" oder "Wenn ich nicht so schwach und dumm gewesen wäre, wäre mir das
nicht passiert". Oder Sie mögen mit sich hart ins Gericht gehen, weil Sie noch nicht über das
Trauma hinweggekommen und noch nicht zu Ihrem normalen Leben zurückgekehrt sind.
Viele Menschen sagen, dass das Trauma sie völlig verändert habe. Zum Beispiel sagen sie: "Vor
dem Trauma hatte ich vor nichts Angst und konnte mit allen Belastungen fertig werden, ganz egal wie
schwer die Situation war, und ich konnte mit anderen auskommen. Jetzt aber habe ich vor allem Angst
und kann noch nicht mal mit kleinen Problemen fertig werden."
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