Weiterführende Links:
Bild btopl.jpg wurde nicht geladen
Psychisches Trauma
Zum ForenbereichForum
Newsletter abonnierenNewsletter
GästebuchGästebuch
Diese Seite weiter empfehlenTell a Friend
Bild btexts.jpg wurde nicht geladen
Geschichte der Traumaforschung
TRAUMA:
Was ist ...?Zentrale FolgenBeeinflussende FaktorenAuswirkungen auf den GlaubenInformationsblatt für GewaltopferStationen der HeilungTexte & GedichteErfahrungsberichteGeschichte der Traumaforschung
  •   1. Kapitel
  •   2. Kapitel
  •   3. Kapitel
  •   4. Kapitel
  •   5. Kapitel
  •   6. Kapitel
  •   7. Kapitel
  •   8. KapitelLebensgeschichte: «Nie wieder...»

  • GESCHICHTEN
    KURZGESCHICHTE
    Montag 21.5.2012
    FREI SEIN ? !




    Santiago de Chile,
    11. September 1999;
    ein Volk klagt an: Während der 17 jährigen Militärdiktatur Augusto Pinochets wurden Tausende von Bürgern und Bürgerinnen Opfer von politischer Gefangenschaft, Folter und Mord.
    8. Kapitel - Intergenerationenwirkung

    Durch die gewissenhafte wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Traumathematik konnte im weiteren die wichtige Erkenntnis gewonnen werden, dass die Dringlichkeit einer Verarbeitung schrecklicher Erlebnisse nicht nur für den Betroffenen selbst angezeigt ist, sondern auch im Hinblick auf die nachfolgende Generation. Wie vor allem die Behandlung von Holocaust Überlebenden deutlich machte, können unverarbeitete, verdrängte Traumata auf Kinder und Kindeskinder übergehen. Untersuchungen belegen, dass die zweite Generation überdurchschnittlich oft an Angst, Schlafstörungen, Depressionen, Aggressionen, psychosomatischen und anderen Symptomen leidet und somit ein ähnliches Beschwerdebild aufweist wie die Eltern. Obwohl in vielen betroffenen Familien nicht über die Vergangenheit gesprochen wurde, ist das 'Familiengeheimnis' doch immer präsent, sei es durch eine Geste, eine Reaktion auf einen Film oder eine tätowierte Nummer auf dem Arm. Da Kinder mit ihrer besonders ausgeprägten Sensibilität für Atmosphärisches den Schmerz der Eltern aufnehmen, ihn jedoch nicht wirklich fassen können, bleiben sie unbewusst dem Schicksal ihrer Familie auch im Erwachsenenalter zutiefst verbunden. Für viele Fachleute ist die Einsicht, dass Stresssymptome sowie eine gestörte Haltung gegenüber der Welt an die neue Generation weitergegeben werden, eine der erschütterndsten Erfahrungen in ihrer Arbeit mit Traumaopfern und ein wesentlicher Grund, immer aufs neue gegen die teilweise nach wie vor verbreitete Tabuisierung von Traumata anzukämpfen.
    Weltweites Engagement für Opfer von Krieg und Gewalt

    Das in der Öffentlichkeit stetig wachsende Bewusstsein für die verheerenden Folgen von Krieg und Gewalt gehört wohl mit zu den erfreulichsten Errungenschaften der Traumaforschung; denn das durch Aufklärung und Information entwickelte Mitgefühl für die Betroffenen hat es möglich gemacht, dass heute nicht nur Bürger unserer Gesellschaft Betreuung erfahren, wenn sie Opfer schrecklicher Geschehnisse werden, sondern dass auch Menschen anderer Völker in dieser Situation Hilfe finden. Mittlerweile sind internationale Organisationen entstanden, die sich in Krisengebieten in allen Teilen der Welt um die traumatisierte Zivilbevölkerung zu kümmern beginnen und so gegen unermessliches, 'unsichtbares' Leid ankämpfen.

    Die Bedeutung dieses schwierigen und schmerzvollen Einsatzes kann nicht genug betont werden. In vielen Ländern wären die Opfer von Krieg, Gewalt und Vergewaltigung sich selbst überlassen - so wie noch vor wenigen Jahrzehnten auch die Betroffenen in unserer Gesellschaft. Für den Amerikaner Richard F. Mollica, Professor für Psychiatrie an der Harvard Medical School in Cambridge (Massachusetts) und Gründer eines der ersten klinischen Zentren für die Überlebenden von Massengewalt und Folter, ist die Notwendigkeit einer sofortigen psychologischen Behandlung einer kriegstraumatisierten Zivilbevölkerung auch deshalb gegeben, weil durch psychische Belastungsstörungen auch die wirtschaftliche Entwicklung eines Landes nachhaltig gefährdet wird:
    »Erst in den letzten fünf Jahren haben internationale Organisationen diese Fakten anerkannt. Speziell die Weltbank sah ein, dass herkömmliche Entwicklungsmodelle bei kriegsgeschüttelten Nationen nicht greifen und dass neue Ansätze vonnöten sind. In Kambodscha und Osttimor haben internationale Hilfsorganisationen psychiatrische Kliniken eingerichtet, und in Südafrika und Bosnien machten ortsansässige Ärzte im Fernsehen auf die einschlägigen Probleme und Hilfsmöglichkeiten aufmerksam. Im Rahmen unseres eigenen Programms richten wir jetzt kleine betriebliche Projekte ein, um Menschen mit Depressionen ins Arbeitsleben zuriickzuführen. Solche Anstrengungen sind essentiell, um den Teufelskreis von Lethargie und Rachegefühlen bei den Opfern zu durchbrechen, der immer weitere Teile der Erde heimsucht.«   (Spektrum der Wissenschaft, 9/2000)

    Das Engagement der zahlreichen Ärzte und Betreuer ist ermutigend. Es gilt aber sich bewusst zu sein, dass ihre Arbeit im Grunde genommen erst Anfänge sind. Wenn es um die bedrohte Bevölkerung geht, besonders um die Gewalt gegen Frauen, ist Wegschauen noch immer gesellschaftliche und politische Routine. Die Hilfe für Opfer von Krieg und Gewalt muss noch viel weiter gehen. Dazu gehört der Wille, Gewalt nicht mehr zu dulden und Gewalttäter zur Verantwortung zu ziehen. Vor allem gilt es, die Gleichgültigkeit gegenüber dem Leid des anderen zu überwinden. Dies ist eine Aufgabe, die jeden angeht und nie beendet sein kann.
    zurück zurück zum Seitenanfang weiter
     
  • Sexueller Missbrauch
  •  
  • Suizid / Selbstmord
  •  
  • Krebs-Erkrankung
  • © 2003-2012 Sonja Blum   DisclaimerImpressumSiteMapNachricht an  Webmaster