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Ich lebe noch nicht lange, gerade mal 18 Jahre und doch sind in meiner
Erinnerung fast nur Schattenseiten. Es ist als hätte ich nie geboren werden sollen.
Es begann damit, dass ich am 5.2.1986 zur Welt kam - es war draußen eisig kalt und zu Hause musste man mich ganz warm
halten, da ich sonst halb erfroren wäre. Bevor ich laufen konnte war ich aber schon wieder im Krankenhaus, weil mein
Finger gebrochen war und ich einen Gips bekam. Meine Mutter konnte nicht bleiben, weil sie krank war. Nach diesem
Erlebnis, machte sie mich emotional von ihr abhängig, indem sie mich verhätschelt hat und sich immer mit mir
beschäftigt hat. Da hatte ich gar keine Zeit mehr für meinen Vater, zu dem ich bis jetzt noch keinen Draht gefunden
habe und er auch nicht zu mir. Ich lasse noch immer meiner Mutter viele Entscheidungen, die MEIN Leben betreffen fällen
und ich weiß es ist falsch.
Mein Ersatzvater war mein Großvater - Er brachte mir singen bei sobald
ich reden konnte und ich hab ihn über alles geliebt. Er ist gestorben als ich acht Jahre alt war. Da hatte ich schon
den Kindergarten hinter mir und 3 Jahre der Volksschule, die ich sehr hasste. Ich hasste sie sosehr, weil ich immer das
Gefühl bekam anders als alle zu sein und auch das Gefühl, dass ich unfähig und wertlos war. Ich hatte Angst und schon
damal Schwierigkeiten zu lernen, weil ich mich früher oder später natürlich auch für unfähig hielt. Ich habe einmal vor
meiner Mutter geweint, weil ich solche Angst hatte in die Schule zu gehen, doch sie fuhr mich einfach an und seitdem
zeigte ich nie wieder eine Emotion ihr gegenüber. Ich wurde plötzlich ziemlich erwachsen und war alleine...fast. Ich
hatte immer irgendwelche Freunde und bald wartete auch die erste Liebe auf mich.
Die ging schief, weil ich unzufrieden war und ich verließ ihn. Ich
weiß, dass auch da meine Schullaufbahn nicht ziemlich berühmt war und einige schreckliche Ereignisse wie Begräbnisse
von Großeltern hatte ich auch zu bewältigen. Ich war froh, dass ich da raus kam und jetzt in diese Schule gehe
(BORG Krems). Vorher hatte ich das erste Mal (mit 14) einen Rausch und hatte meine ersten Erfahrungen mit dem
männlichen Geschlecht.
Tja jetzt sitz ich in dieser Stadt und ich bin vor 3 Jahren depressiv
geworden und eine Kämpfernatur. MIt 16 begann ich mich zu ritzen und habe weiterhin meine Erfahrungen mit Männern
gemacht, bis mir einer sehr weh getan hat. Die Schule hab ich gerade immer hingebogen und jetzt steh ich vor der Matura
und kurz vorm Aufgeben. Ich habe wieder einen Freund, der mich liebt auch wenn er um einiges älter ist als ich. Ich bin
mit ihm glücklich und ich habe mich auch normalisiert. Doch jetzt möchte ich doch wieder aufgeben, ich möchte nicht an
die Zukunft denken, ich bin nicht bereit für die Realität, ich lebe in der Phatasie und bin ein sehr sensibler Mensch.
Der Gedanke Selbstmord ist wieder da und es ist vielleicht die einzige Entscheidung, die ich ohne schlechtes Gewissen
tun kann gegenüber meiner Mutter. Ich habe mein Leben immer nur nach ihr gerichtet, aber hier muss sie mich freilassen,
denn da geschieht mein Wille.
Doch irgendwas in mir wühlt weiter nach leben und ich mag es ja auch... doch es ist so hart und wie es weitergeht,
dass wissen wohl nur die Sterne da oben, die meine Schattenseiten bewacht haben.
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