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Rund
85% der Gesamt-Bevölkerung gehören zum Staatsvolk der früher Annamiten genannten Vietnamesen
(Kinh). Ihre auf dem Naßreisanbau beruhende Lebensweise machte sie zu ausgesprochenen
Tieflandbewohnern. So stehen den übervölkerten Räumen des Tongking- und Mekongdeltas mit Dichtewerten
von mehr als 1'000 Einwohner/km² die relativ menschenarmen Bergländer gegenüber. Diese werden
überwiegend von nichtvietnamesischen Minderheiten bewohnt, vor allem von Tai (besonders die rund
750'000 Tay, 65'000 Thai, 500'000 Nung), den Vietnamesen verwandten Muong (über 600'000), Yao und
Bergstämmen (Montagnards, Moi), die teils Mon-Khmer- (z.B. Bahnar, Chamre, Koho, Sedang, Ma), teils
austrones. Sprachen sprechen (z.B. Rhadé, Jarai). Weitere fremde Bevölkerungs-Gruppen sind inmitten
der traditionellen Siedlungsgebiete der Vietnamesen ansässig, vor allem die Cham (100'000), Khmer
(rund 650'000) und Chinesen (über 1 Mio., vor allem in und um Ho-Chi-Minh-Stadt). 1979 wurden
insgesamt 55 nichtvietnamesische Nationalitäten gezählt.
Noch überwiegt bei weitem der Anteil der agrar Bevölkerung; rund 20% der Bevölkerung leben in
Städten (1973 in Nord-Vietnam 10%, in Süd-Vietnam 30%). Infolge des Krieges flüchteten bis 1975 40%
der Bevölkerung Süd-Vietnams nach Saigon. Nach Kriegsende wurden etwa 1,6 Mio. Einwohner aus den
Städten, vor allem aus Saigon, zwangsweise auf das Land in "Neue Wirtschaftszonen" umgesiedelt. Viele
flohen bald illegal wieder in die Städte oder ins Ausland, z.T. in kleinen Booten über dasMeer
(Boatpeople), anfangs vor allem Chinesen. Heute leben etwa 1,5 Mio. Vietnamesen im Ausland, z.T. in
Flüchtlingslagern.
Infolge der hohen Geburtenrate (1980-85 jährlich 3,48%; Bevölkerungs-Wachstum 1991: 2,1%) sind rund
44% der Bevölkerung unter 15 Jahre alt (Deutschland:16%).
Bildung:
Es bestehen allgemeinbildende, unentgeltliche Einheitsschulen, deren Grundstufe fünf Jahre umfaßt
(Schulpflicht vom 7.- 11. Lebensjahr). Die Sekundarstufe ist untergliedert in einen vierjährigen
Zyklus (Abschluß der Einheitsschule) und darauf aufbauend eine dreijährige Sekundarstufe, entweder als
allgemeinbildende Mittelschule oder als zugleich berufsorientierte Fachmittelschule. Die Primarstufe
hat (1990) 11,4 Mio., die Sekundarstufen I und II haben 524'200 Schüler; daneben bestehen
beruflich-technische Schulen (135'400 Schüler). Die Analphabetenquote beträgt (1990) 12,4%. Die
Erwachsenenbildung wird durch Alphabetisierungsprogramme gefördert. Auf Hochschulebene bestehen (1990)
109 Einrichtungen, darunter drei Universitäten; ein privates College.
Publizistik: Presse:
Zeitungen, Zeitschriften Nachrichtenagenturen und Rundfunk werden vom Ministerium für Kultur,
Information und Sport überwacht, doch sind in letzter Zeit z.T. Liberalisierungstendenzen zu
beobachten. Wichtigste Tageszeitungen sind das KP-Parteiorgan, "NhanDan" ("Das
Volk"; gegründet 1946; Auflage 300'000) und die Zeitung der Streitkräfte ,"Quan Doi
NhanDan" ("Volksarmee"; gegründet 1950; 100'000), beide Hanoi. In Englisch erscheint
die von der Nachrichtenagentur Vinapress herausgegebene, formell regierungsunabhängige "Vietnam
News" (gegründet 1991). Eigene Zeitungen geben außerdem die Stadtkomitees von Hanoi und
Ho-Chi-Minh-Stadt heraus: "Hanoi Moi" ("Neues Hanoi" ; gegründet 1976; 50'000) und
"Saigon Giai Phong" ("Befreites Saigon"; gegründet 1975; 85'000).
Nachrichtenwesen:
Es gibt die staatliche Nachrichtenagentur "Viet-Nam News Agency" (VNA, gegründet 1945) und
die "Vinapress" (gegründet 1988), beide Hanoi.
Rundfunk:
Es existieren nur das von Hanoi und Ho-Chi-Minh-Stadt aus gesendete Hörfunkprogramm "Stimme
Vietnams" und ein zentrales Fernsehprogramm, die beide ebenfalls der Regierung unterstehen.
Religion:
Offizielle Angaben über die Verbreitung einzelner Religionen liegen nicht vor. Traditionell waren
vor allem der Mahayana-Buddhismus, außerdem der Konfuzianismus und der Taoismus von Bedeutung. Vor
allem in Süd-Vietnam wurden auch der Katholizismus sowie der Caodaismus einflußreich.
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