Familienmitglieder von gefan- genen Christen des ethnischen Volksstammes der Bru
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v o n J o h a n C o m p a n j e n
Unlängst sah ich eine Videoaufzeichnung einer großen
Evangelisations-Veranstaltung in Vietnam. Zweitausend Christen aus verschiedenen Denominationen hatten sich versammelt.
Die Zusammenarbeit untereinander trug eindeutig Früchte. Trotz des Redeverbots trat ein ausländischer Prediger auf.
Unzählige Polizisten, vornehmlich in Zivil, standen überall in der Menge, griffen wegen des Menschenandrangs jedoch
nicht ein. Nach der Ansprache wurde der Redner eilig von der Bühne geführt und an seinen geheimen Aufenthaltsort
gebracht. Er verließ das Land umgehend. Kirchenverantwortliche wurden deswegen wochenlang hart in die Zange genommen.
Vietnam ist ein Land der Gegensätze. Was in Großstädten möglich ist -
zum Beispiel die Teilnahme an Sonntagsgottesdiensten oder die Organisation von Veranstaltungen wie die vorhin
beschriebene - solches ist auf dem Land undenkbar. Vor Jahren besuchte ich die herrliche Kirche in Da Nang, die mit
ausländischer Unterstützung und behördlicher Genehmigung erbaut worden war. Gleichzeitig wiederum werden etliche
hundert Kirchen geschlossen.
Die vietnamesische Regierung will sich auf internationaler Ebene keine
Blöße geben und schon gar nicht den Zorn Amerikas auf sich ziehen. Soziale und wirtschaftliche Reformen sind deshalb
erlaubt, so lange das Regime die Oberhand behält. Die Prunkkirche in Da Nang ist reine Augenwischerei und soll die
Botschaft verbreiten: "Unser Volk genießt die Glaubensfreiheit. Wir hindern Christen nicht an der Ausübung ihrer
Religion."
Gleichzeitig befürchten die kommunistischen Führer, die Kirchen könnten wie in Osteuropa einen Umsturz anzetteln. Umso
größer und stärker sie sind, umso größer die Gefahr.Deshalb ist es mit der Glaubensfreiheit nicht weit her.
Die vietnamesische Kirche breitet sich vor allem unter den ethnischen
Minderheiten rasch aus. In Nordvietnam allein zählt man 700 Gemeinschaften, vorwiegend Hauskirchen der Hmong.
Zehntausende fanden durch christliche Radiosendungen zum Glauben. Die Behörden sehen darin eine Verschwörung des
Westens, mit dem Ziel, das Regime von innen zu zerstören. Heftige Verfolgung ist die Folge. Christen werden unter Druck
gesetzt, damit sie die animistischen Praktiken wieder aufnehmen. Mindestens 15'000 Hmong, davon 90 Prozent Christen,
wurden Opfer einer Zwangsumsiedlung, die sie über 1'000 Kilometer weit weg in den Süden vertrieb. Es gibt unzählige
Beispiele von schrecklichen Folterungen und unterschwellig auch von Rassismus.
Die ethnischen Volksstämme des Berglandes gelten als geringwertig. Das Christentum lehrt hingegen, dass vor Gott alle
Menschen gleichwertig und wertvoll sind, ungeachtet ihrer Abstammung. Die Regierung befürchtet, dieses neu gewonnene
Selbstbewusstsein könnte die Christen aufwiegeln. Deshalb werden nicht nur die Hmong, sondern auch andere ethnischen
Minderheiten wie die Ede, die Mnong und andere Bergstämme im Süden verfolgt.
Quelle: Magazin 2/04 von Offene Grenzen.
Mit freundlicher Genehmigung von www.offenegrenzen.de.
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