Trommel aus der Bronzezeit
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Axt aus der Bronzezeit
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Die Thien Mu Pagode wurde vom ersten Regenten in Huê, Nguyen Hoang,
zwischen 1601 und 1613 am rechten Ufer des Parfum Flusses gebaut.
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Die Kathedrale in Hanoi aus der Zeit der ranzösischen Oberherrschaft.
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Die Kathedrale "Notre Dame" in Saigon (Ho Chi Min Citiy).
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Abtransport verwundeter Soldaten aus den französischen Stellungen bei Dien Bien Phu
wenige Tage vor der Kapitulation im Frühjahr 1954.
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President Dwight D. Eisenhower und Staats-sekretär John Foster Dulles (von links)
begrüssen Süd-Vietnams Präsidenten Ngo Dinh Diem auf dem Washingtoner National
Airport. Foto vom 05/08/1957.
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Amerikanische Flugzeuge versprühen über den Regenwäldern Süd-Vietnams das Entlaubungsmittel
Agent Orange (1966).
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Kinder auf der Flucht nach einem Napalmangriff der südvietnamesischen Luftwaffe auf
Trang Ban am 8.Juni 1972
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Vietnam Memorial in Washingten D.C, USA: Die Namen der 58'209
Amerikaner, die im Vietnam-Krieg umgekommen oder vermißt sind, sind in dieses
Mahnmal aus schwarzen Granitwänden eingraviert.
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Blick auf das moderne Zentrum von Saigon (2002)
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Blick auf das moderne Zentrum von Saigon (2002)
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Auf
dem Gebiet des heutigen Vietnams bestand im Süden vom 2. bis 6.Jh. das Reich Funan, nördlich
anschließend bis zur Landesmitte vom 2. bis 15.Jh. das von den Cham getragene Reich Champa. Der
Beginn der Geschichte der Vietnamesen ist dagegen schwer zu erfassen. Sie traten zuerst im N des
Landes auf. Ihr Name (älteste Form Lac, Lac Viet) ist mit der frühesten Bronzekultur SO-Asiens
verknüpft, der Dongsonkultur (1.Jahrtausend v.Chr., Ursprung in Nord-Vietnam), doch reichen die
Wurzeln ihrer Kultur bis in die Jungsteinzeit zurück. Als erster vietnamesischer Staat gilt das
halblegendäre Königreich Van Lang mit Zentrum im Delta des Roten Flusses (7.-3.Jh. v.Chr., nach der
mythischen überlieferung im Jahr 2'879 v.Chr. gegründet), für dessen Existenz archäologische Spuren
Anhaltspunkte geben. Gegen Ende der Dongsonkultur entstanden im südchinesischen-nordvietnamesischen
Raum die ersten geschichtlichen Reiche, so Au Lac (um 210-179 v.Chr., Hauptstadt Co Loa, 20 km
nördlich von Hanoi) und Nam Viet (chinesisch Nanyue, 207-111 v.Chr., Hauptstadt bei Kanton). Diese
waren beide von China unabhängig und gehörten kulturell noch immer der Dongsonkultur an. Au Lac, von
Invasoren aus Süd-China begründet, trat an die Stelle des Reichs Van Lang und wurde selbst kurz nach
179 v.Chr. von Nam Viet erobert. Dieses erstreckte sich nun vom Gebiet des heutigen chinesischen
Kanton bis etwa zum heutigen vietnamesischen Da Nang. 111 v.Chr. wurde es von China annektiert und
erhielt den Status einer Provinz. Damit begann die tausendjährige chinesische Herrschaft über die
Vietnamesen, in der es aus Widerstand gegen eine Assimilierung zu vielen Revolten kam. Nach dem
Aufstand der Schwestern Trung (40-43) wurde die chinesische Herrschaft über die Provinz direkter
ausgeübt. Es folgte die Sinisierung der vietnamesischen Oberschicht (Einführung der chinesischen
Schrift, des Buddhismus, der konfuzianischen Ethik). 679-939 wurden Teile des heutigen Annam und
Tongking von China als Generalprotektorat Annam verwaltet;
Hauptstadt und Sitz des chinesischen Gouverneurs war seit 767 Dai La (La Thanh, Dai La Thanh, an der
Stelle des späteren Hanoi).
| D A S R E I C H V O N A N N A M |
Erst
im 10.Jh. gelang es den Vietnamesen, die Chinesen zu vertreiben und nach einer Zeit von Kämpfen
lokaler Herrscher die verschiedenen vietnamesischen Gebiete zum Reich von Annam (Reichsname
Dai Co Viet, Hauptstadt Hoa Lu, etwa 65km südlich von Hanoi) zu vereinigen (968).
972 wurde das Reich von China anerkannt, bei gleichzeitiger Bestätigung chinesischer Oberhoheit. Aus
dem buddhistischen und taoistischen Klerus wurde ein Beamtenapparat gebildet. Unter der frühen
Dynastie Le (980- 1009) verteidigte das Reich sich gegen China und griff nach Champa aus. Unter der
späten Dynastie Li (Ly, 1009-1225; eine frühe Lidynastie hatte 542-602 infolge eines Aufstandes
regiert) wurde die Verwaltung zentralisiert (unter anderem Einführung einer festen Rangordnung für
Beamte, von Staatsexamina und einer allgemeinen Wehrpflicht). Die Herrschaft der Li war auch eine
Blütezeit des Buddhismus (Sammlung heiliger Texte) und der Kunst. Residenz war Thang Long (heute
Hanoi). 1069 wurden die nördlichen Gebiete Champas annektiert; LI THANH TONG (1054-72) nahm den
Titel eines Kaisers von Dai Viet (Reichsname bis 1804) an.
Die
folgende Trandynastie (1225-1400) wehrte 1285 und 1288 die Mongolen (chinesische Yuandynastie) ab.
Die reformistische Hodynastie (seit 1400) wurde schon 1406/07 von den Chinesen gestürzt, die das Land
eroberten. Nach ihrer Vertreibung kam die späte Ledynastie (1428-1788) an die Macht. Ihre lange
Herrschaftsperiode, nur im 16.Jh. unterbrochen, wird als goldenes Zeitalter vietnamesischer Kultur und
Geschichte angesehen. Außenpolitisch gelang 1471 die Unterwerfung Champas.
Ende
des 16.Jh. setzte der Aufstieg der beiden mächtigen Feudalgeschlechter Trinh und Nguyen ein. Die
Trinh regierten als Reichsverweser, nominell im Auftrag des Kaisers, den Nordteil des Landes mit der
Hauptstadt Thang Long, die Nguyen bauten den südlichen Teil zu einem unabhängigen Herrschaftsgebiet
aus; Hauptstadt war ab 1687 Phu Xuan (Huê). Die rivalisierenden Familien wurden von
europäischen Großmächten (Portugal, Frankreich) unterstützt. Erst Ende des 18.Jh. wurde die
Zweiteilung des Landes beendet. 1802 besiegte NGUYEN
ANH aus dem Geschlecht Nguyen mit französischer Hilfe die
kurzzeitig regierende Dynastie Tay Son und bestieg als Kaiser GIA
LONG (bis 1820) den Thron. Unter ihm dehnte sich das Reich
(Staatsname seit 1804 Viet Nam; Hauptstadt Huê) erstmals in seiner Geschichte
vom Roten Fluß bis zum Mekongdelta aus. Die Politik seiner Nachfolger führte zur Konfrontation mit
Frankreich, das den südlichen Landesteil bis 1867 eroberte (französische Kolonie Cochinchina). Annam
und Tongking wurden 1883/84 zu französischen Protektoraten und 1887 mit Cochinchina und Kambodscha
zur Indochinesischen Union (Indochina) vereint.
| K O L O N I A L Z E I T U N D I N D O C H I N A K R I E G |
Nach
der Niederwerfung des Aufstands von 1908 leitete Frankreich wirtschaftliche Reformen ein.
General-Gouverneur A. SARRAUT führte den Schulunterricht für
Einheimische ein. 1926 erhielten Annam und Tongking Parlamente mit beratender Funktion. Die
Maßnahmen der Kolonialmacht konnten jedoch das Entstehen einer Unabhängigkeitsbewegung nicht
verhindern. Ihr radikaler Flügel löste den Aufstand von 1930 aus. Nach dessen blutiger Unterdrückung
und der Zerschlagung der von einer schmalen bürgerlichen Schicht getragenen nationalistischen Gruppen
übernahm die von HO CHI
MINH 1930 gegründete KP Indochinas die Führung der Unabhängigkeitsbewegung.
Nach
der Niederlage Frankreichs im Zweiten Weltkrieg mußte die französische Regierung unter P.
PETAIN im September 1940 die japanische Besetzung Tongkings
zulassen. 1941 gründete HO CHI
MINH die kommunistisch beherrschte Bewegung Vietminh,
VO NGUYEN
GIAP baute deren Guerillaverbände auf. Am 8.3.1945 ließ die
japanische Besatzungsmacht, die inzwischen die französicheen Kolonialbehörden in ganz Indochina
entmachtet hatte, die Bildung eines Staates Vietnam aus Tongking, Annam und Cochinchina unter Kaiser
BAO DAI zu.
Nach
der Kapitulation Japans (Aug. 1945) setzten die Vietminh
BAO DAI
am 25.8.1945 ab und riefen in Hanoi die Republik Vietnam unter Führung
HO CHI MINH
aus. Im Sept. 1945 kehrten die Franzosen nach Indochina zurück. Ihr Vertrag mit
HO CHI MINH
(6.3.1946) konnte aber die Meinungsverschiedenheiten über die staatliche Zukunft Vietnams
nicht beseitigen. Am 19./20.12.1946 löste die Vietminh-Bewegung in Hanoi einen blutigen Aufstand aus,
der zum Indochinakrieg führte.
1949/50
nahm Frankreich Vietnam als assoziierten souveränen Staat (Hauptstadt Saigon) in die Französische
Union auf. Staatschef wurde
BAO DAI.
Während die USA und Großbritannien die Regierung in Saigon anerkannten, stellten sich die VR China
und die Sowjetunion (im Jan. 1950) offiziell hinter die Regierung unter
HO CHI MINH.
Seit 1950 gingen die Vietminh-Verbände immer stärker zur Offensive gegen französiche Stützpunkte über.
Im Frühjahr 1954 konnten sie bei Dien Bien Phu den französischen Kolonialstreitkräften eine schwere
Niederlage zufügen. Auf der Genfer Indochinakonferenz (Genfer Konferenzen 2) erklärte sich Frankreich
zum Rückzug bereit. Bis zur Abhaltung von Wahlen in ganz Vietnam sollten sich die kommunistischen
Kräfte in eine nördliche, die nichtkommunisten Kräfte in eine südliche Zone Vietnams zurückziehen.
Zwischen beiden Gebieten lag beiderseits des 17. Breitengrades eine neutrale Zone.
In
der nördlichen Zone baute die Vietminh-Bewegung die Demokratische Republik Vietnam nach dem Muster
der Volksdemokratie auf. An der Spitze der Vietnamesischen Nationalen Einheitsfront übte die
kommunistische Lao Dong (deutsch "Partei der Vietnamesischen Werktätigen") die alleinige
Macht aus.
HO CHI MINH
wurde Präsident,
PHAM VAN DONG
Minister Präsident (1955). Noch vor der kommunistischen Machtergreifung setzte eine Massenflucht von
Nordvietnamesen, meist Bauern und Handwerkern, nach Süden ein. Die Mehrzahl von ihnen waren
Katholiken. Die kommunistische Regierung setzte auch unter Anwendung gewalttätiger Mittel eine
Bodenreform durch. Unter rigorosem Einsatz von Menschen leitete sie die Industrialisierung
Nord-Vietnams ein und erhielt dabei umfassende Unterstützung von der VR China und den europäischen
Ostblockstaaten, besonders der Sowjetunion. Zugleich setzte von dieser Seite auch militärische Hilfe
ein. Die Regierung Nord-Vietnams, die sich als einzige legitime Vertreterin gesamtvietnamesischer
Interessen betrachtete, stützte und lenkte von Anfang an die kommunistische Rebellenbewegung
(Vietcong) in der unter dem Schutz der USA in der südlichen Zone entstandenen Republik Vietnam. In
wachsendem Maße sandte die nordvietnamesische Regierung Truppen über den Ho-Chi-Minh-Pfad in das
südliche Vietnam. Im Zuge der Eskalation des Bürgerkriegs zwischen. Nord- und Süd-Vietnam zu einem
internationalen militärischen Konflikt (Vietnamkrieg)
trat die Demokratische Republik Vietnam mehr und mehr als militärischer Hauptgegner den USA entgegen,
die sich auf seiten der Republik Vietnam im Süden des Landes engagierten. Seit 1965 wurde
Nord-Vietnam durch amerikanische Flächenbombardierungen schwer in Mitleidenschaft gezogen.
Nach langen Bemühungen um die Beilegung des Krieges konnten die Demokratische Republik Vietnam und
die USA 1973 einen Waffenstillstand aushandeln. Im ideologischen Konflikt zwischen den sowjetischen
und chinesischen Kommunisten suchte
HO CHI MINH
zuweilen zu vermitteln. Nach seinem Tod (1969) wurde
LE DUAN
Führer der Partei,
TON DUC THANG
(*1888, t1980) wurde Staatspräsident.
Im
Juni 1954 wurde
NGO DINH DIEM
Minister-Präsident der Republik Vietnam. Diplomatisch unterstützt von den USA, erkannte seine
Regierung die Vietnam betreffenden Beschlüsse der Genfer Indochinakonferenz nicht an.
NGO DINH DIEM
lehnte gesamtvietnamesische Wahlen ab, da er eine kommunistische Machtübernahme in ganz Vietnam
befürchtete. Mit amerikanischer Hilfe baute er einen nichtkommunistischen Staat auf, in den er die
nordvietnamesischen Flüchtlinge eingliederte. Mit der Unterwerfung der militärisch organisierten
Sekten (1954-55; u.a. Caodai, Caodaismus) gelang ihm zunächst eine Festigung des südlichen Vietnams
als Staat. 1955 setzte er
BAO DAI
ab, rief die Republik aus und wurde selbst Staatspräsident. Mit starker waffentechnischer und
personeller Hilfe der USA suchte er seit 1957/58 den Aufstand des Vietcong zu unterdrücken. Das
Ausbleiben einer Bodenreform, die zunehmende Diktatur
NGO DINH DIEMS,
Korruption und Nepotismus führten dem Vietcong und seiner politischen Organisation, der Nationalen
Befreiungsfront Süd Vietnams (gegründet 1960), jedoch ständig Anhänger zu. Die Spannungen zwischen
dem katholischen Präsidenten und den Buddhisten Süd-Vietnams weiteten sich 1963 zu einer Staatskrise
aus, als
NGO DINH DIEM
die religiösen und politischen Forderungen der Buddhisten zu unterdrücken suchte. Es kam zu
Selbstverbrennungen buddhistischer Mönche und Nonnen. Am 1.11.1963 stürzte die Armee unter General
DUONG VAN MINH
(*1916) mit Duldung der USA die Regierung Ngo Dinh Diem in einem blutigen Staatsstreich. Die
Verfassung wurde außer Kraft gesetzt. Nach einer Periode häufig wechselnder Regierungen übernahm am
20.5.1965 ein Offiziersdirektorium die Macht. Staatspräsident wurde
NGUYEN VAN THIEU,
Minister-Präsident
NGUYEN CAO KY
(*1930; im Amt 1965-67).
Auf
Ersuchen Süd-Vietnams waren die USA 1964/65 direkt in den Krieg eingetreten, um eine kommunistische
Machtübernahme zu verhindern. 1966 kam es unter Führung buddhistischer Mönche zu regierungsfeindlichen
Unruhen, besonders in Huˆ und Da Nang, an denen sich auch Teile der Streitkräfte beteiligten.
Nach der Verabschiedung einer neuen Verfassung (1967) suchte
NGUYEN VAN THIEU
mit Hilfe der USA, bis 1973 Hauptträger des Vietnamkrieges - auf Dauer vergeblich (besonders nach
1973) -, die von ihm geführte Republik Vietnam zu erhalten. Nach ihrem Zusammenbruch (30.4.1975) und
der Machtübernahme der von den Vietcong 1969 gebildeten, von Nord-Vietnam gelenkten Provisorischen
Revolutions-Regierung Süd-Vietnams vereinigten sich 1976 Nord- und Süd-Vietnam zur Sozialistischen
Republik Vietnam (seit 1977 Mitglied der UNO).
| D A S W I E D E R V E R E I N I G T E V I E T N A M |
Staatspräsident
wurde
TON DUC THANG,
Minister-Präsident
PHAM VAN DONG;
Vertreter des Südens wurden in die Regierung aufgenommen. Im Zuge der gewaltsamen Revolutionierung
der südvietnamesischen Gesellschaft hatte die Provisorische Revolutions-Regierung Süd-Vietnams
bereits 1975 nach ihrer Machtübernahme Amtsträger und Anhänger der gestürzten Republik Vietnam aus
der Verwaltung Süd-Vietnams entfernt und in Umerziehungslager eingewiesen. Die Kommunistische Partei
Vietnams (KPV), bis 1976 Partei der Vietnames. Werktätigen, geführt von
LE DUAN
wurde gemäß der Verfassung der Sozialistischen Republik Vietnam die allein massgebliche Kraft in ganz
Vietnam; die von ihr ausgeübte "Diktatur des Proletariats" wurde als Grundsatz der
politischen Willensbildung in der Verfassung verankert. Neben der Angleichung des südvietnamesischen
Wirtschaftssystems an das von Nord-Vietnam vorgegebene System der Planwirtschaft sah sich die
Regierung vor die Aufgabe gestellt, den Wiederaufbau der durch den Krieg zerstörten Wirtschaft
einzuleiten und ein Millionenheer von Arbeitslosen, demobilisierten Soldaten und anderen Entwurzelten
wieder einzugliedern; ein Wirtschaftsembargo der USA erschwerte die Situation zusätzlich. Unter
politisch-ideologischen wie unter wirtschaftspolitischen Aspekten führte die Regierung ein
Umsiedlungsprogramm durch, u.a. die zwangsweise Ansiedlung von über 1 Mio. Bewohnern Saigons (seit
1976 Ho-Chi-Minh-Stadt) in neuen Wirtschaftszonen. Hunderttausende Vietnamesen flohen über See ins
nichtkommunistische Ausland (Boat people). lm ideologisch-machtpolitischen Streit zwischen der VR
China und der Sowjetunion stand Vietnam, besonders seit Abschluß des vietnamesisch-sowjetischen
Freundschafts- und Kooperationsvertrags (1978) und dem Beitritt zum RGW (1978), auf sowjetischer
Seite. Nach Spannungen mit dem von den Roten Khmer regierten Kambodscha ließ Vietnam im Dezember 1978
dort Truppen einmarschieren und setzte Anfang Januar 1979 eine kommunistische Regierung ein. Die
vietnamesischen Besatzungstruppen sahen sich bis zu ihrem Abzug (1989) mit Guerillaaktionen der Roten
Khmer und anderer kambodschanischen Widerstandsgruppen konfrontiert. Im Februar/März 1979 sowie im
April 1984 kam es zu schweren chinesisch-vietnamesischen Grenzkämpfen.
1980
trat eine neue Verfassung, 1985 eine Währungsreform in Kraft. Nach dem Tode
LE DUANS
(Juli 1986) wählte der Parteitag im Dezember 1986
NGUYEN VAN LINH
zum General-Sekretär der KPV, der 1991 von
DO MUOI
(*1917) abgelöst wurde. 1992 verabschiedete das Parlament eine Verfassungs-Reform.
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