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Vietnam
hat eine Längserstreckung von rund 1'750 km. Seine größte Breite erreicht es mit 600 km im Norden,
verengt sich dann im mittleren Abschnitt auf 60 km und weitet sich im Süden nochmals auf 350
km aus. Die Hauptlebensräume sind die Aufschüttungstiefländer, die Deltas des Roten Flusses im
Norden (Tongking, Bac Bo) und des Mekong im Süden (Cochinchina, Nam Bo), mit den städtischen Zentren
Hanoi bzw. Ho-Chi-Minh-Stadt (Saigon). Beide verbindet ein langer, schmaler Küstensaum (Annam,
Trung Bo). Ein Gebirgsvorsprung bei 18° n.Br. (Annamit.Pforte) bildet die kulturgeographische
Grenze zwischen dem chinesisch geprägten Stammland der Annamiten und den von ihnen später besiedelten
Küstenlandschaften, die sie den Cham und Khmer entrissen haben. Die Deltatiefländer werden durch
Aufschüttungsterrassen, alte Flußarme und natürliche Flußdämme, hinter denen sich ausgedehnte
Rückstausümpfe erstrecken, gegliedert. Das Tongkingdelta - in enger Nachbarschaft zum Bergland -
wird während der monsunalen Regenzeit von sehr starken, plötzlichen überflutungen heimgesucht. Dies
erforderte umfangreiche, z.T. schon alte, z.T. in der Kolonialzeit erweiterte kulturtechnische
Bauten für die Sicherung von Siedlung und Anbau. Das Mekongdelta, dessen Anfang bei Phnom Penh
in Kambodscha liegt, hat dagegen den Vorzug einer natürlichen Regelung des Hochwasserregimes. Dank
der Ausgleichswirkung des Tonle Sap wird es viel weniger als der Norden von Überflutungen
beeinflußt. Unmittelbar über dem Tongkingdelta steigt ein stark gegliedertes Bergland auf, das fast
drei Viertel Nord-Vietnams einnimmt; durchschnittlich 1'000-1'500m ü. M., erreicht es im Fan Si
Pan 3'142m. Weiter südlich verschmälert sich das Bergland und zieht als schmale Küstenkette von
Annam bis 11° n. Br., verbreitert sich dann erneut zu ausgedehnten Plateaus
(weithin 500-1'000m ü. M., im Ngoc Linh 2'598 m). Die durch zahlreiche Gebirgsvorsprünge in einzelne
Küstenhöfe gegliederte annamitische Küstenebene verengt sich stellenweise bis auf nur 10km Breite.
Das Klima
ist tropisch-monsunal; allerdings ist der Wechsel zwischen regenbringendem sommerlichem Südwestmonsun
und trockenem winterlichem Nordostmonsun nur im Süden deutlich ausgeprägt. Der Norden erhält auch
während der Wintermonate Niederschläge, er wird außerdem von den kühleren nordöstlichen
Luftströmungen vom Festland her stärker beeinflußt. So weist Hanoi größere Temperaturschwankungen auf
(Januarmittel 17 °C, Julimittel 29,1 °C), Ho-Chi-Minh-Stadt kennt dagegen kaum Abweichungen vom
Jahresmittel von 27 °C. Im Mekongdelta und an der südlichen annamitischen Küste fallen jährlich
zwischen 1'000 und 2'200 mm Niederschlag, im Tongkingdelta 1'000-1'900 mm. Taifune, die die Ost-Küste
von Juni bis November heimsuchen, können Regenmengen von über 3'000 mm bringen. In den Gebirgslagen
steigen die jährlichen Niederschläge auf mehr als 4'000 mm.
Die natürliche Vegetation
setzt sich in den Gebirgs und Luvlagen vor allem aus tropischen Regenwäldern, in den Leelagen der Becken und Plateaus aus laubabwerfenden Monsunwäldern zusammen. Die Hochlagen der Gebirge im Norden tragen vielfach Nadelwälder, an den Küsten sind
Mangroven verbreitet.
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